Eine Microsoft 365 Migration Checkliste umfasst typischerweise fünf Phasen: Bestandsaufnahme, Planung, Pilotmigration, Hauptmigration und Nachbetreuung. Diese Checkliste basiert auf über 250 Migrationsprojekten bei tprime und deckt alle Punkte ab, die für eine reibungslose Migration nötig sind — von der ersten Inventur bis zur letzten Schulung.
Phase 1: Vorbereitung & Bestandsaufnahme
Bevor du irgendetwas migrierst, brauchst du den vollständigen Überblick über deine aktuelle IT-Landschaft.
- Aktuelle Exchange-/Mail-Version und Patchstand dokumentieren
- Alle aktiven Postfächer zählen und Größen erfassen
- Freigegebene Postfächer und Raumpostfächer auflisten
- Öffentliche Ordner inventarisieren
- Verteilerlisten und Sicherheitsgruppen dokumentieren
- E-Mail-Weiterleitungen und Transport-Regeln erfassen
- Drittanbieter-Integrationen identifizieren (CRM, Scanner, ERP)
- Aktuelle DNS-Einträge sichern (MX, SPF, DKIM, DMARC, Autodiscover)
Tipp: Ein gründliches IT-Audit deckt häufig vergessene Postfächer, verwaiste Konten und unbekannte Abhängigkeiten auf. Diese Phase spart am Ende die meiste Zeit.
Phase 2: Planung & Konzept
Mit dem Überblick aus Phase 1 erstellst du den konkreten Migrationsplan.
- Migrationsmethode wählen (Cutover, Staged oder Hybrid)
- Ziel-Lizenzen festlegen (Business Basic/Standard/Premium, E3, E5)
- Microsoft 365 Tenant einrichten und Domäne verifizieren
- Entra ID (Azure AD) konfigurieren
- Sicherheitsrichtlinien definieren (MFA, Conditional Access)
- Verzeichnissynchronisierung einrichten (Entra Connect)
- Migrationszeitplan erstellen (Pilotgruppe, Batches, DNS-Umstellung)
- Rollback-Plan definieren (Was passiert, wenn etwas schiefgeht?)
- Kommunikationsplan für Mitarbeiter erstellen
Tipp: Plane die Hauptmigration auf ein Wochenende — so hat das Team zwei Tage, bevor es am Montag in der neuen Umgebung startet.
Phase 3: Pilotmigration
Die Pilotphase ist deine Versicherung. Hier testest du den gesamten Prozess mit einer kleinen Gruppe.
- Pilotgruppe definieren (5–10 Power-User aus verschiedenen Abteilungen)
- Postfächer der Pilotgruppe migrieren
- E-Mail-Empfang und -Versand testen
- Kalendereinträge und Terminserien prüfen
- Kontakte und Verteilerlisten verifizieren
- Outlook-Anbindung testen (Autodiscover, Profile)
- Feedback der Pilotgruppe einholen und Probleme dokumentieren
- Korrekturen am Migrationsplan vornehmen
Tipp: Wähle für die Pilotgruppe Nutzer, die technisch affin sind und ehrliches Feedback geben. Nicht die IT-Abteilung — die kennt die Probleme schon.
Phase 4: Hauptmigration
Wenn die Pilotphase bestanden ist, geht es an den Hauptumzug.
- Vollständiges Backup aller Postfächer erstellen
- Batch-Plan finalisieren (welche Abteilung wann?)
- Batch 1 migrieren und validieren
- Weitere Batches nacheinander migrieren
- Öffentliche Ordner migrieren (oder zu SharePoint überführen)
- Freigegebene Postfächer und Raumpostfächer migrieren
- Berechtigungen und Stellvertretungen wiederherstellen
- DNS-Einträge umstellen (MX, SPF, DKIM, DMARC)
- Autodiscover auf Microsoft 365 umleiten
- E-Mail-Fluss nach DNS-Umstellung überwachen (24–48h)
Tipp: Migriere nicht mehr als 50 Postfächer pro Batch. So behältst du den Überblick und kannst bei Problemen schnell reagieren. Mehr dazu: Die 10 häufigsten Migrationsfehler.
Phase 5: Nachbetreuung & Schulung
Die Migration ist technisch abgeschlossen — aber die Arbeit ist noch nicht vorbei.
- Mitarbeiter-Schulung durchführen (Outlook, Teams, OneDrive, SharePoint)
- Zugang zur Lernplattform m365-kurs.de einrichten
- Support-Kanal für Rückfragen einrichten (2–4 Wochen)
- E-Mail-Signaturen in der neuen Umgebung einrichten
- Mobile Geräte mit Microsoft 365 verbinden
- Alten Server/Hosting-Vertrag nach Parallelphase kündigen
- Finale Dokumentation erstellen
- Monitoring einrichten (Postfach-Gesundheit, Sync-Status)
Tipp: Plane die Schulung nicht als Nachgedanken, sondern als festen Bestandteil. Teams, die geschult werden, nutzen die neuen Tools 3x häufiger als Teams ohne Schulung.
Bonus: Die 3 Punkte, die fast alle vergessen
1. BAFA-Förderung prüfen: Die strategische Beratung rund um die Migration ist BAFA-förderfähig — bis zu 3.500 € Zuschuss. Die meisten Unternehmen wissen das nicht.
2. Monitoring nach der Migration: Nicht nur am Tag nach der Migration, sondern 4 Wochen lang. Synchronisationsprobleme, verlorene Regeln und Kalenderbugs zeigen sich oft erst nach Tagen.
3. Alte Daten aufräumen: Eine Migration ist die perfekte Gelegenheit, verwaiste Postfächer zu löschen, veraltete Verteiler aufzulösen und Ordnerstrukturen zu bereinigen. Migriere nicht den Ballast mit.
Häufige Fragen
Kann ich diese Checkliste für jedes Quellsystem verwenden?
Die Grundstruktur passt für alle Migrationen zu Microsoft 365 — ob von Exchange On-Premises, Google Workspace oder Hosted Exchange. Die Details in Phase 3 und 4 unterscheiden sich je nach Quellsystem.
Wie lange dauert die gesamte Migration?
Mit dieser Checkliste rechnen wir für Unternehmen mit 20–100 Nutzern mit 3–6 Wochen (inkl. Pilot und Nachbetreuung). Die Hauptmigration selbst dauert oft nur ein Wochenende. Mehr dazu: Was kostet eine M365 Migration?
Brauche ich einen externen Partner für die Migration?
Nicht zwingend, aber empfehlenswert — besonders bei Exchange On-Premises oder wenn öffentliche Ordner und komplexe Berechtigungen im Spiel sind. Ein erfahrener Partner verhindert die typischen Fehler und spart am Ende Zeit und Nerven.
Fazit
Eine Microsoft 365 Migration ist kein Hexenwerk — wenn du strukturiert vorgehst. Diese Checkliste gibt dir den roten Faden von der ersten Inventur bis zur letzten Schulung.
Im kostenlosen Erstgespräch gehen wir deine Checkliste gemeinsam durch und klären, welche Punkte bei dir besondere Aufmerksamkeit brauchen. Mehr zu unserem Migrationsansatz: Microsoft 365 Migration bei tprime.