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Digitalisierung

KI als Treiber der Digitalisierung: Warum alte Systeme jetzt bremsen

Laut Bitkom ist KI der neue Treiber der Digitalisierung. Warum KI ohne saubere Daten und Schnittstellen nicht andocken kann, und wo du anfängst.

Elias Peters 5 Min. Lesezeit
Künstliche Intelligenz als Treiber der Digitalisierung im Mittelstand

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Eigentlich sollte die Digitalisierung in deutschen Betrieben längst abgeschlossen sein. Jetzt treibt ausgerechnet die künstliche Intelligenz sie wieder an, weil viele Unternehmen merken, dass ihre KI-Pläne an alten Systemen scheitern. Im kurzen Video oben reagiere ich auf die aktuelle Bitkom-Umfrage dazu. Hier schauen wir uns an, was die Zahlen sagen und was das für deinen Betrieb bedeutet.

Was die Bitkom-Umfrage zeigt

Der Digitalverband Bitkom hat für seine Studie Digitalisierung der Wirtschaft 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragt, veröffentlicht am 11.03.2026. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • 41 Prozent der Unternehmen setzen KI ein, ein Jahr zuvor waren es 17 Prozent.
  • 45 Prozent der KI-Nutzer berichten, dass interne Abläufe deutlich schneller geworden sind.
  • 51 Prozent haben Probleme, die Digitalisierung zu bewältigen.
  • 13 Prozent sehen durch die Digitalisierung sogar ihre Existenz gefährdet, im Vorjahr waren es 7 Prozent.

Die größten Hindernisse sind laut Bitkom die Anforderungen an den Datenschutz mit 77 Prozent und der Fachkräftemangel mit 70 Prozent.

Das passt zusammen: Viele Betriebe starten mit KI und stoßen dabei auf die Lücken, die sie in der Digitalisierung nie geschlossen haben.

Warum KI an alten Systemen scheitert

KI arbeitet mit deinen vorhandenen Daten und Programmen. Genau dort liegen in vielen Betrieben die Probleme.

Die Daten liegen nicht strukturiert vor

Erst neulich hatte ich ein Gespräch mit einem Unternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern, das so gut wie keine strukturierten Daten hat. Kundeninformationen stehen in Freitextfeldern, und jeder Mitarbeiter pflegt seine eigene Liste. Eine KI kann daraus nichts zuverlässig auswerten. Selbst einfache Aufgaben wie das automatische Ablegen von E-Mails oder das Vorbereiten von Angeboten scheitern, weil niemand weiß, wo welche Information steht.

Die Software hat keine Schnittstelle

Eine Schnittstelle, meist API genannt, ist der Anschluss, über den ein Programm Daten an ein anderes weitergibt. Ältere Warenwirtschaften oder ein Server im Keller haben oft keinen solchen Anschluss. Dann kann weder eine Automatisierung noch eine KI andocken, egal wie gut das Werkzeug ist.

Wissen steckt in Köpfen

Viele Abläufe sind nirgends beschrieben. Die erfahrene Kollegin weiß, wie eine Reklamation läuft, aber aufgeschrieben hat es niemand. Was nicht beschrieben ist, lässt sich auch nicht an eine KI übergeben.

Digitalisierung und KI gehören zusammen

Die gute Nachricht: Die Arbeit, die jetzt ansteht, zahlt doppelt ein. Wer seine Daten ordnet und Systeme mit Schnittstellen einführt, digitalisiert den Betrieb und schafft gleichzeitig die Grundlage für KI. Auf unserer Seite Was wir machen zeigen wir diese Reihenfolge als Haus: unten das IT-Fundament, darüber die Mitarbeiter, die die Werkzeuge beherrschen, und oben die Automatisierung.

Für viele Betriebe bedeutet das auch, sich von alten Systemen zu trennen. Ein Server, der seit Jahren läuft und keine Verbindung nach außen erlaubt, war lange kein Problem. Heute ist er der Grund, warum ein automatischer Rechnungseingang nicht funktioniert.

Datenschutz ist lösbar

Dass 77 Prozent der Unternehmen den Datenschutz als größtes Hindernis nennen, deckt sich mit unseren Gesprächen. Viele Geschäftsführer wissen nicht, ob sie Kundendaten überhaupt in ein KI-Werkzeug geben dürfen. Die Antwort hängt vom Werkzeug ab. Geschäftstarife der großen Anbieter bieten einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung und nutzen die Eingaben standardmäßig nicht zum Training. Private Konten tun das oft nicht. Wer seinem Team einen geprüften Zugang und klare Regeln gibt, räumt das größte Hindernis aus dem Weg. Wie das aussieht, beschreiben wir in Schatten-KI im Unternehmen.

Der Fachkräftemangel wirkt dagegen in beide Richtungen. Er bremst die Digitalisierung, weil niemand Zeit für das Aufräumen hat. Er ist aber auch der beste Grund dafür, denn jede Stunde Handarbeit, die eine Automatisierung übernimmt, fehlt dir nicht mehr bei der Personalsuche.

So findest du heraus, wo du stehst

Du brauchst keine große Strategie, um anzufangen. Diese vier Fragen zeigen dir schnell, wie weit dein Betrieb ist:

  1. Liegen deine wichtigsten Daten an einer Stelle, oder pflegen mehrere Programme dasselbe?
  2. Hat jedes Programm, das du täglich nutzt, eine Schnittstelle? Frag im Zweifel den Hersteller.
  3. Gibt es für deine häufigsten Abläufe eine feste Reihenfolge, die jeder gleich ausführt?
  4. Laufen deine Systeme in der Cloud, oder hängt etwas an einem Server im eigenen Haus?

Wo du bei einer Frage zögerst, liegt dein erster Ansatzpunkt. Oft reicht es, einen einzigen Bereich aufzuräumen, zum Beispiel die Kundendaten im CRM, damit die erste Automatisierung möglich wird.

Mit einem Anwendungsfall starten

Nimm dir einen Ablauf vor, der häufig vorkommt und viel Handarbeit kostet. Typische Beispiele sind der Eingang von Rechnungen oder die Anlage neuer Kunden. Prüfe für genau diesen Ablauf, ob Daten und Schnittstellen passen, und bring ihn zum Laufen. Danach weißt du, was in deiner IT fehlt, und kannst den nächsten Schritt planen. Wie ein solcher Einstieg aussehen kann, beschreiben wir in KI im Mittelstand einführen. Wenn du erst deine Abläufe sortieren willst, hilft dir Digitale Prozesse optimieren.

Schreib dir heute die drei Programme auf, mit denen dein Team am meisten arbeitet, und frag bei jedem nach, ob es eine Schnittstelle gibt. Diese Liste ist der ehrlichste Start für jedes KI-Vorhaben.

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