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Microsoft Teams richtig nutzen: die Funktionen, die wirklich zählen

Microsoft Teams richtig nutzen: Wann Chat, wann Kanal, wie du Dateien, Besprechungen und Benachrichtigungen im Alltag in den Griff bekommst.

Elias Peters 7 Min. Lesezeit
Team in einer Schulung zu Microsoft Teams am Bildschirm

Öffne dein Microsoft Teams und schau dir die linke Leiste an. Wenn dort fünfzehn Chats untereinander hängen, in denen Projektabsprachen, Urlaubsanträge und der Link zur Mittagsbestellung durcheinanderlaufen, dann nutzt du Teams wie ein besseres WhatsApp. Das funktioniert eine Weile. Dann wächst das Team, jemand sucht eine Datei von vor drei Wochen, und keiner findet sie mehr.

Teams kann viel mehr, als die meisten Unternehmen davon abrufen. Der Unterschied liegt selten an fehlenden Lizenzen. Er liegt daran, dass niemand erklärt hat, wofür die einzelnen Bereiche gedacht sind. Genau das holen wir hier nach.

Tipp: Auf unserer Microsoft-365-Lernplattform findest du kompakte Videokurse zu Teams, die dein Team in der eigenen Geschwindigkeit durcharbeiten kann.

Teams, Kanal, Chat: drei Begriffe, die ständig verwechselt werden

Microsoft hat es uns nicht leicht gemacht. Die App heißt Teams, und gleichzeitig gibt es darin Objekte, die ebenfalls “Teams” heißen. Klären wir die drei Ebenen einmal sauber, dann fällt der Rest leicht.

Ein Team ist eine Gruppe von Menschen, die dauerhaft zusammenarbeitet. Eine Abteilung, ein Standort, ein großes Projekt. Hinter jedem Team steckt eine eigene SharePoint-Ablage, eine Mitgliederliste und ein Berechtigungssatz. Ein Team legst du nicht für jede Kleinigkeit an. Faustregel: Wenn zehn neue Leute dazukommen würden, ergibt die Gruppe noch Sinn? Dann ist es ein Team.

Ein Kanal ist ein Themenbereich innerhalb eines Teams. Im Team “Marketing” gibt es etwa die Kanäle “Allgemein”, “Social Media”, “Website” und “Messen”. Die Beiträge in einem Kanal sind für alle Teammitglieder sichtbar und bleiben dauerhaft erhalten. Kanäle sind das Herzstück von Teams, und genau sie werden am häufigsten ignoriert.

Ein Chat ist eine private Unterhaltung zwischen dir und einer oder mehreren Personen. Niemand sonst sieht mit, und der Verlauf gehört nur den Beteiligten. Chat ist für das Kurze und Flüchtige da: “Bist du gleich im Call?” oder “Schaffst du das bis 16 Uhr?”.

Wann Chat, wann Kanal? Die wichtigste Entscheidung im Alltag

Die meiste Verwirrung in Teams entsteht an dieser einen Stelle. Schreibe ich das jetzt in den Chat oder in den Kanal? Die Antwort entscheidet darüber, ob Wissen im Unternehmen bleibt oder mit jedem Mitarbeiter verschwindet, der das Haus verlässt.

Die einfache Leitfrage: Wäre diese Information für andere wichtig, jetzt oder später? Wenn ja, gehört sie in einen Kanal. Wenn es wirklich nur dich und eine zweite Person betrifft und in einer Stunde niemanden mehr interessiert, ist der Chat richtig.

KriteriumChatKanal
SichtbarkeitNur die BeteiligtenAlle im Team
Eignet sich fürKurze Abstimmung, Privates, SpontanesProjektthemen, Entscheidungen, Wissen
Dauerhafter WertGering, geht im Verlauf unterHoch, bleibt auffindbar
Neue KollegenSehen nichts vom VerlaufLesen alles nach
DateienLanden im OneDrive des AbsendersLanden in der Team-Ablage in SharePoint
Typisches Beispiel”Kaffee holen?""Angebot Kunde Müller ist raus, Stand siehe Anhang”

Der letzte Punkt in der Tabelle ist der teuerste. Eine Datei, die du in einen Chat ziehst, liegt in deinem persönlichen OneDrive. Verlässt du das Unternehmen, ist sie für die anderen weg. Dieselbe Datei in einem Kanal liegt in der gemeinsamen SharePoint-Bibliothek und bleibt dort, egal wer kommt oder geht. Mehr zum Zusammenspiel der Speicherorte liest du in unserem Beitrag zum Unterschied von OneDrive, SharePoint und Teams.

Dateien: warum Teams und SharePoint dasselbe meinen

Viele wissen nicht, dass jedes Team automatisch eine SharePoint-Seite mitbringt. Wenn du im Reiter “Dateien” eines Kanals eine Datei ablegst, speicherst du sie in Wahrheit in SharePoint. Teams zeigt dir nur ein bequemes Fenster auf denselben Ordner.

Das hat handfeste Vorteile. Mehrere Personen können dasselbe Word-Dokument gleichzeitig bearbeiten, ohne dass Versionen wie “Angebot_final_v3_wirklichfinal.docx” entstehen. Jede Änderung wird gespeichert, und über den Versionsverlauf kommst du jederzeit auf einen früheren Stand zurück. Versehentlich überschrieben? Rechtsklick, Versionsverlauf, alte Fassung wiederherstellen.

Drei Gewohnheiten machen den Unterschied im Tagesgeschäft:

  1. Lege Dateien dort ab, wo das Thema lebt. Das Angebot in den Kanal “Vertrieb”, nicht in den Chat mit dem Kollegen.
  2. Teile Links statt Anhänge. Schicke nicht die Datei, sondern den Link darauf. Dann arbeiten alle an derselben Fassung statt an fünf Kopien im E-Mail-Postfach.
  3. Benenne Kanäle so, dass die Ablage sich von selbst sortiert. Wer die Kanäle sinnvoll schneidet, hat die Ordnerstruktur gleich mit erledigt.

Besprechungen, die nicht im Chaos enden

Teams-Meetings sind schnell gestartet, und genau das ist die Falle. Ein Klick auf “Jetzt besprechen”, und schon redet man, ohne dass jemand mitschreibt oder weiß, worum es ging.

Plane Besprechungen besser über den Kalender und hänge sie an einen Kanal. Dann sehen alle im Team den Termin, der Chat zur Besprechung bleibt am richtigen Thema, und die Aufzeichnung landet automatisch in der zugehörigen Ablage. Wer nicht dabei war, klickt sich rein und ist informiert, ohne dass jemand eine Zusammenfassung tippen muss.

Zwei Funktionen werden im Mittelstand stark unterschätzt. Die Transkription schreibt das gesprochene Wort mit, sodass du nach dem Termin nachlesen kannst, wer was zugesagt hat. Und die Aufzeichnung hilft Kollegen aus anderen Zeitzonen oder im Außendienst, die live nicht teilnehmen konnten. Beides aktivierst du mit einem Klick zu Beginn der Besprechung. Wichtig: Kläre vorher kurz die Zustimmung der Teilnehmer und die Spielregeln in deinem Unternehmen, denn Mitschnitte berühren Datenschutz und Mitbestimmung.

Eine kleine Angewohnheit spart viel Zeit: Schreibe die wichtigsten Beschlüsse direkt nach dem Meeting als kurze Nachricht in den Kanal. Drei Zeilen reichen. Wer, was, bis wann. So muss niemand die ganze Aufzeichnung durchsehen, nur um den Stand zu erfahren.

Benachrichtigungen zähmen, bevor sie dich zähmen

Wer Teams frisch installiert, wird mit Benachrichtigungen geflutet. Jede Nachricht, jede Reaktion, jeder Kanalbeitrag plingt. Nach zwei Tagen schaltet der Mensch innerlich ab und übersieht dann auch das Wichtige. Das ist kein Teams-Problem, sondern eine Einstellungssache.

Geh einmal in die Einstellungen unter “Benachrichtigungen und Aktivität” und triff bewusste Entscheidungen:

  • @-Erwähnungen behältst du an. Wenn dich jemand direkt anspricht, willst du es wissen.
  • Kanäle, die dich wirklich betreffen, stellst du auf “Alle Aktivitäten”. Den Rest auf “Aus” oder nur “Erwähnungen”.
  • Ruhezeiten legst du fest, etwa nach Feierabend und am Wochenende. Teams hält die Nachrichten dann zurück, bis du wieder da bist.
  • Status setzen lohnt sich. “Bitte nicht stören” während konzentrierter Arbeit signalisiert den Kollegen, dass die Antwort etwas dauern darf.

Der Effekt ist groß. Statt hundert Pings am Tag bekommst du die Handvoll Hinweise, die dich wirklich angehen. Konzentriertes Arbeiten und schnelle Erreichbarkeit schließen sich nicht aus, wenn die Einstellungen stimmen.

Die Fehler, die fast jedes Team macht

Ein paar Muster sehen wir bei Kunden immer wieder. Wer sie kennt, umgeht sie.

Alles landet im Chat. Das ist der Klassiker. Projektabsprachen, Entscheidungen, wichtige Dateien wandern in private Chats und sind nach ein paar Wochen unauffindbar. Sobald eine Information für mehr als zwei Augenpaare relevant ist, gehört sie in einen Kanal.

Kanal-Chaos durch zu viele Teams. Wenn für jedes Mini-Projekt ein eigenes Team entsteht, hat nach einem halben Jahr niemand mehr den Überblick. Weniger Teams mit klar geschnittenen Kanälen sind übersichtlicher als ein Wildwuchs an Teams. Lege ein neues Team nur an, wenn dahinter eine dauerhafte Gruppe und ein echter eigener Ablagebedarf steckt.

Niemand pflegt die Mitgliedschaften. Leute, die das Projekt längst verlassen haben, bleiben drin, neue kommen nicht dazu. Bestimme pro Team einen Verantwortlichen, der ein paarmal im Jahr durchsieht, wer dabei sein sollte.

Der Kanal “Allgemein” als Mülleimer. Jedes Team startet mit dem Kanal “Allgemein”. Wenn dort alles landet, ist nichts mehr sortiert. Lege für die wiederkehrenden Themen eigene Kanäle an und halte “Allgemein” für Organisatorisches frei.

Diese Fehler haben eines gemeinsam: Sie entstehen nicht aus Unwissen über Technik, sondern aus fehlenden gemeinsamen Spielregeln. Genau deshalb wirken kurze, praxisnahe Schulungen so gut. Wenn alle dieselben Konventionen kennen, sortiert sich Teams fast von selbst. Wie wir das im Unternehmen aufsetzen, zeigen wir unter Mitarbeiter schulen.

So holst du das Beste aus Teams

Teams richtig zu nutzen ist keine Frage von Spezialwissen. Es ist eine Frage weniger klarer Regeln, die alle kennen und mittragen. Trenne Chat und Kanal nach der Frage, ob die Information für andere zählt. Lege Dateien dort ab, wo das Thema lebt. Plane Besprechungen über Kanäle und nutze Transkription und Aufzeichnung. Und stelle deine Benachrichtigungen so ein, dass sie dir dienen statt umgekehrt.

Wenn du möchtest, dass dein Team Microsoft Teams und die übrigen Microsoft-365-Werkzeuge sicher beherrscht, schauen wir uns gemeinsam an, wo es bei euch hakt. Sprich mit uns über ein Erstgespräch, und wir finden den passenden Weg für euren Arbeitsalltag.

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